Die Entscheidung, die unser Leben vor fünf Jahren veränderte

Ein neuer Weg: Die Entscheidung für die Adoption

Vor fünf Jahren steht mein Mann Iгор und ich vor einer Entscheidung, die unser Leben für immer verändern würde. Wir haben uns entschieden, ein Kind aus einem Waisenhaus zu adoptieren. Unser kleiner Junge, der damals gerade drei Jahre alt wurde, hieß Артём. Er war ein zartes, stilles Kind mit großen, ängstlichen Augen, und sofort hatte er unsere Herzen erobert. Mein Mann Iгор und ich hatten schon lange den Wunsch, ein Kind zu haben, doch die Natur hatte uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit Артём erfüllte sich unser Traum. Innerhalb der Jahre, die vergangen sind, ist er nicht nur ein Teil unserer Familie geworden, sondern auch unser Sohn und unser kleiner Sonnenstrahl. Doch vor kurzem klopfte eine Frau an unsere Tür und nannte sich seine Großmutter. Alles, was wir aufgebaut hatten, geriet ins Wanken.

Die ersten Schritte der Adoption: Eine Reise durch das bürokratische Labyrinth

Als wir Артём in unser Leben holten, wurde uns versichert, dass es keine blutsverwandten Angehörigen mehr für ihn gibt. Seine Mutter sei verstorben, und sein Vater sei unbekannt; niemand interessierte sich für sein Wohl. Wir mussten alle möglichen bürokratischen Hürden überwinden, Berge von Papierkram zusammentragen, und schließlich wurde он offiziell zu unserem Sohn. Die ersten Monate waren sehr herausfordernd. Аrtём zuckte ängstlich bei lauten Geräuschen zusammen und hatte oft nächtliche Schrecken. Doch wir umschloss ihn mit viel Liebe und Geduld. Stück für Stück lernte er zu lachen, uns zu umarmen und zärtlich „Mama“ und „Papa“ zu flüstern. Iгор und ich schmolzen dahin in dem Moment, wenn wir sahen, wie er zu den Büchern griff und fröhlich mit anderen Kindern im Hof spielte. Unser Leben bekam endlich einen neuen Farbton.

Eine unerwartete Wendung: Die Rückkehr der Vergangenheit

Fünf Jahre vergingen und wir hatten nie einen Anruf oder eine Anfrage aus der Vergangenheit erhalten. Es war, als würden unsere alten Leben nicht mehr existieren. Doch letzten Monat klingelte unser Telefon. Eine Frau mit einer tiefen Stimme stellte sich als Галина vor und bat um ein Treffen. Zuerst dachten wir an einen Termin beim Pflegeheim. Umso schockierter waren wir, als sie uns mit diesen Worten traf: „Ich bin die Großmutter von Артём. Ich möchte ihn sehen.“

Mir stockte der Atem. Галина sah müde aus, strahlte aber dennoch eine gewisse Würde aus und schätzte etwa sechzig Jahre. Sie erzählte uns, dass sie vor vielen Jahren ihre Tochter verloren hatte – die Mutter von Артём. Diese sei nach Sankt Petersburg gezogen und habe alle Kontakte abgebrochen, und erst viel später habe Галина von ihrem Tod erfahren. Von ihrem Enkel wusste sie nichts, bis sie alte Briefe in einer Schublade fand. Jetzt bestand sie darauf, ihn sehen zu dürfen. „Ich will ihn nicht wegnehmen“, sagte sie. „Er ist mein Blut. Ich habe das Recht.“

Ein Konflikt der Herzen: Das Dilemma der Situation

Iгор und ich standen vor einer schier unlösbaren Situation. Einerseits konnten wir ihr nicht einfach verbieten, ihren Enkel sehen zu wollen. Wenn das alles wahr ist, hat sie ein Recht darauf. Doch Артём wusste noch nichts von seiner Vergangenheit. Wir hatten in der Planung, ihm später, wenn er älter und stärker ist, alles zu erklären. Was geschah, wenn diese Frau unser Leben durcheinanderbrachte? Was, wenn sie nicht sich mit sporadischen Treffen zufrieden gab? Mein Kopf drehte sich, während das kalte, scharfe Gefühl von Angst in meiner Brust nagte.

Die Nacht der Entscheidung: Zweifel und Ängste

Wir baten um Bedenkzeit. Галина hinterließ ihre Nummer und ging, wobei sie versprach, zurückzukehren. Doch die Nächte, die darauf folgten, wurden zur Qual. Iгор und ich redeten heimlich im Dunkeln und überlegten, was zu tun sei. Iгор drängte darauf, alles zu überprüfen: soziale Dienste, Dokumente, die Suche nach der Wahrheit. Doch ich befürchtete, dass selbst wenn sie die Wahrheit sagte, ihr Auftauchen den zerbrechlichen Frieden, den wir mit Артём aufgebaut hatten, ruinieren könnte. Er hatte gerade erst begonnen, der Welt zu vertrauen. Wie sollten wir ihm erklären, dass er eine Großmutter hatte, von der wir nichts wussten?

Der Schlussstrich: Die Entscheidung treffen

Als Галина gestern Abend erneut anrief, sah ich Артём, wie er sanft mit seinem Plüschteddy schlief. In diesem Moment wurde mir klar: Wir werden nicht zurückweichen. Wir müssen die richtige Entscheidung für die Zukunft unseres Sohnes treffen und uns dem stellen, was kommen mag.

Fazit: Liebe und Zusammenhalt

In solchen Momenten der Unsicherheit wird uns oft bewusst, wie wichtig der Zusammenhalt innerhalb der Familie ist. Die Liebe, die wir zu Артём empfinden, ist unermesslich. Gleichzeitig müssen wir uns den Herausforderungen stellen, die das Leben uns bietet und den Mut aufbringen, die Dinge zu klären und in Angriff zu nehmen. Nur so können wir als Familie zusammenwachsen und stärker werden.

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